Last Match

Fr   08. Dezember 2017   20:00

Xamax

2 : 1

FCW

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18.04.2017, 09:10 Uhr, Autor: LANDBOTE; Hj. Schifferli

Presse-Artikel Presseschau: Das gute Resultat zur guten Leistung

LANDBOTE: Mit dem 4:1 gegen den FC Le Mont lieferte der FCW das Resultat, das er im Abstiegskampf zwingend brauchte. Mehr noch: Er spielte auch gut, für einen Tabellenletzten sogar sehr gut.

 

Wenn es um den FCW in dieser Saison, vor allem in diesem Frühjahr, eine Gesetzmässigkeit gab, wars diese: Je stärker oder auch prominenter der Gegner war, desto besser spielten die Winterthurer – und umgekehrt. Weil es in der Challenge League aber wenige Mannschaften – wie den FCZ, Servette oder Neuchâtel Xamax – gibt, gegen die man verlieren «darf»; weil es keine Punkte gibt, wenn man im Cup selbst gegen die Grössten des Landes, die Young Boys und den FC Basel, brilliert – dann landet man irgendwann am Tabellenende. Weil man eben gegen den grossen Rest meist verliert oder zu selten einen Punkt holt.Mit noch neun Pünktchen aus 17 Ligaspielen, vor und eben auch nach dem Trainerwechsel, liess der FCW zunehmend bedrohliche Anzeichen erkennen. Das 3:2 in Aarau nach dem grossen, aber glücklosen Cupfight gegen den FCB, gegen einen allerdings eher angenehmen Gegner, war ein erstes bedeutendes Zeichen, einen für den Abstiegskampf nötigen Reifegrad erreicht zu haben. Und nun kam dieses 4:1 gegen den FC Le Mont. Das wirkte nun gar wie ein Befreiungsschlag, in seiner Kombination aus Resultat und Leistung. Danach ist der FCW nicht mehr Letzter, Le Mont steht nur noch einen statt vier oder sieben Punkte vor ihm.

Mit viel Spielfreude

Die Trainer Umberto Romano und Dario Zuffi durften sich mal über den Sieg freuen, mindestens so sehr aber über die Vorstellung. Denn es war ein kämpferisch guter Auftritt, wie man ihn von einer Mannschaft in der Lage des FCW ohnehin erwarten darf. Es war aber auch eine spielerisch gute, weil angstfreie Vorstellung. Oder in den Worten Romanos: «Ich habe der Mannschaft immer gesagt, dass uns das Fussballspielen trotz der Tabellenlage Spass machen muss.» Ohne Freude Fussball spielen – das ist Gift. Davon war diesmal nichts zu sehen. Dafür, wie Romano weiterfuhr, «hat die Mannschaft Dinge gemacht, die wir von ihr verlangt haben – beispielsweise nach Ballverlust den Ball aggressiv zurückholen. Vor allem in der ersten Halbzeit ist das gut gelungen.»

Wichtig war natürlich, gegen einen Gegner dieses Zuschnitts möglichst schnell in Führung zu gehen. Das gelang schon nach einer Viertelstunde, als Gianluca Frontino einen guten Angriffszug mit letztem Pass Robin Kambers souverän abschloss. So wie man es von ihm im Schaffhauser Trikot kannte. Es war nun für die FCW-Gemeinde, die in einer solchen Situation auch eine sehr wichtige Stütze ist, angenehm zu sehen, wie die Mannschaft nicht nur kämpfte und lief, wie das von einem Abstiegskandidaten gefordert ist, sondern auch spielte wie eine richtig gute Mannschaft. Bei Halbzeit – und noch eine halbe Stunde darüber hinaus – hatte die Bilanz nur einen negativen Anstrich: Wer so gut, so dominant spielt und eine so beträchtliche Zahl an Chancen erwirkt, der muss eindeutig höher führen.

Das lange Warten aufs 2:0

Denn zumindest ein Warnzeichen, was gegen diesen Gegner jederzeit passieren kann, gab es auch: Tobias Schättin leistete sich nach 35 Minuten einen grausamen Patzer, einen Ballverlust als hinterster Mann. Luis Pimenta konnte alleine auf David von Ballmoos losziehen. Aber dann eilte Guillaume Katz mit langen und erstaunlich schnellen Schritten herbei und schlug Pimenta im letzten Moment den Ball vom Fuss. Es war ein Tackling, das ein Tor wert war. In der zweiten Halbzeit leistete sich Schättin nochmals einen ähnlichen Patzer. Es gab schon Szenen, in denen der FCW in Gefahr hätte kommen können.

Aber es waren sehr wenige. Auch wenn der FCW in der zweiten Halbzeit vorübergehend nicht mehr ganz so überzeugend auftrat, so war doch festzustellen: So klar dominiert hat der FCW den kleinen Klub aus der Waadt kaum je, schon nicht gar in den letzten zwei Saisons. Es war im achten Spiel in dieser Zeit erst der zweite Winterthurer Sieg – neben je drei Niederlagen und Unentschieden. Und es war eben die mit Abstand stärkste Vorstellung.

Bis eine Viertelstunde vor Schluss begleitete sie allerdings das Fragezeichen, dass es nur 1:0 stand. Es kam gar der Eindruck auf, die Mannschaft werde unter dem Erfolgsdruck doch wieder von der Angst vor dem Sieg befallen. «Auch wenn es banal klingt,» sagte Frontino später, «so ist es halt einfach, wenn man Letzter ist. Man wird nervös.» Das befreiende 2:0 gelang dann Silvio eine Viertelstunde vor Schluss. Er setzte nach, nachdem Robin Kamber, der stark freigespielt worden war, mit seinem Versuch gescheitert war.

In der Endphase liess der eingewechselte Luka Sliskovic noch zwei Treffer folgen. Es war, ist man versucht zu sagen, wieder mal ein Romano-Wechsel, denn kaum war Sliskovic drin, wuchtete er den Ball aus 17 Meter in die tiefe rechte Ecke. Ein spielerisches Kleinod war dann, wie mit der letzten Aktion das 4:1 fiel: guter Flügellauf und präziser Rückpass des ebenfalls eingewechselten Tiziano Lanza, feines letztes Pässchen von Kreso Ljubicic und souveräner Abschluss Sliskovics. Solche Tore hätten schon viel früher fallen können, ja müssen. Eigentlich hätten Karim Gazzetta und vor allem Luca Radice ein Spiel wie dieses nie und nimmer ohne Tor beenden dürfen. «Ich weiss, ich hätte heute drei Tore machen sollen», gestand Radice.

Entwicklung einer Handschrift

Immerhin, Gazzetta, der wiederholt als Zuspieler hervortrat, und Radice haben mit ihren Formsteigerungen massgeblich dazu beigetragen, dass sich der FCW in den letzten Wochen doch positiv entwickelte. Frontino ist ohnehin ein Gewinn. Aber es war diesmal vor allem eine gute Kollektivleistung, von Schättins zwei Aussetzern abgesehen auch in der Abwehr, wo sich Zlatko Hebib zu seiner bisher solidesten Leistung steigerte. «Man merkt auch langsam, was wir trainieren», stellte Frontino zu Recht fest. Die Mannschaft zeigt allmählich eine Handschrift, auch mit ihrem nach Möglichkeit gepflegten Spiel aus der Abwehr heraus. «Manchmal», sagt Romano, hätten es seine Fussballer mit «der Spielfreude fast übertrieben.»

Kein Zweifel, so wie der FCW in der zweiten Halbzeit gegen Neuchâtel Xamax (trotz des 0:1), in Zürich, im Cup gegen den FCB und nun in Aarau und gegen Le Mont spielt kein Absteiger. Spätestens dieser Sieg gegen Le Mont muss erlösend sein, weil er der erste in einem «Sechspunktespiel» war. Aber es geht nun, das sieht auch Romano, darum, diese Einstellung zur Arbeit dauerhaft zu bringen. Am gesunden Selbstvertrauen kann es nach diesen Leistungen auch nicht mehr fehlen.

Wichtige Zahlen dazu sind diese: Erstmals in dieser Meisterschaft hat der FCW vier Tore erzielt; auch in der ganzen vergangenen Saison ist ihm das nur einmal gelungen, beim 4:1 in der «Exhibition» gegen Aufsteiger Lausanne. Sieben Tore in zwei Spielen sind auch gut; der Schnitt von 1,14 Toren pro Match ist allerdings noch immer bescheiden. Der FC Le Mont ist nach dieser zweiten klaren Niederlage in Folge nach dem 2:5 gegen den FCZ wieder mittendrin im Abstiegskampf. Also war für ihn so gut wie für den FCW, dass Chiasso, Wohlen und Wil allesamt verloren. Sie sind nun die drei Tabellenletzten mit der schwächsten Tendenz. hjs

 

 

+ + +  M A T C H T E L E G R A M M  + + +

FC Winterthur – FC Le Mont 4:1 (1:0)

Samstag, 15. April 2017, 17.45h - Stadion Schützenwiese. – 2700 Fans – SR Tschudi.

Tore: 15. Frontino 1:0. 75. Silvio 2:0. 86. Sliskovic 3:0. 90. Kilezi 3:1. 93. Sliskovic 4:1.

FCW: Von Ballmoos; Hebib, Katz, Schättin; Di Gregorio (86. Avanzini), Ljubicic, Radice; Kamber (79. Lanza), Gazzetta (85. Sliskovic); Frontino, Silvio.

Le Mont: Favre; Rogulj, Tall, Epitaux; Lawson (57. Marazzi), Zambrella (60. Bengondo), Cabral, Titie; Mobulu, Sessolo; Pimenta (82. Kilezi). 

Bemerkungen: FCW ohne Schuler, Russo, Mangold, D’Angelo, Sutter (verletzt), Rafhinha und Nsiala (nicht im Aufgebot). – Le Mont ohne Torhüter Kostadinovic, Carvalho, Feuillassier (verletzt), Krasniqi (gesperrt), Ndzomo und Savic (nicht im Aufgebot); nach den Einwechslungen Marazzis und Bengondos in einem 4-4-2, Epitaux und Titie als Aussenverteidiger; nach dem Platzverweis nur noch eine Sturmspitze.

Platzverweis: 66. Mobulu (zweite Verwarnung wegen Fouls; erste in der 64.).

Verwarnungen: 42. Kamber (Foul). 43. Sessolo (Foul). 88. Favre (Reklamieren). 91. Rogulj (Foul).

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