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06.06.2017, 21:17 Uhr, Autor: LANDBOTE; Hj. Schifferli

Presse-Artikel Saisonbilanz: Die Lücke zur Spitze wird immer grösser

LANDBOTE: Der FCW hat die (Abstiegs-)Gefahren, die ihm drohten, gebannt. Er flog im Cup kurze Zeit in ungewohnten Höhen. Aber zur Bilanz der Saison 2016/17 gehört auch dies: Er leidet weiterhin unter einem Führungsvakuum, er ist auch deshalb ein Verein ohne Vision.

 

Sportliche Wertung. Die Vorrunde war enttäuschend, der Start in die Rückrunde so schlecht, dass er den Trainer Sven Christ den Job kostete. Nach zwei ganz schwachen Vierteln folgte wieder ein letztes, das eines der besseren in fünf Jahren Zehnerliga war, ganz abgesehen vom imposanten Cup-Auftritt gegen den FCB. Es war wieder die Handschrift eines Trainers zu erkennen. Umberto Romano hat klare Vorstellungen, aber die wirkten sich auf Dauer noch nicht wie gewünscht aus. Als musste man wiederholt nach Spielen feststellen, die Handschrift sei unsauber gewesen. Es seien nun wieder eher Schwächen als Stärken von Romanos 3-5-2 zu sehen gewesen.Es ist nach der Saison nochmals zu sagen, was in der Winterpause schon galt: Der sportlichen Führung des FCW, mit Wolfgang Voege, dem sportlichen Berater des Vorstands an der Spitze, aber auch dem damaligen Trainer, ist der Umbruch im vergangenen Sommer völlig missraten. Probleme wurden damit weniger gelöst als verstärkt. Es gab eindeutig zu viele Transfers, die missglückten. Es wurde zu viel Masse, zu wenig Klasse verpflichtet – vor allem mit zu wenig Geduld.

Die sportlichen Schlüsse. Gewisse Konsequenzen wurden gezogen, mit der Einsetzung von Oliver Kaiser als Leiter Sport als auch nach aussen verantwortlichem Mann; zu einem Trainer, dem und dessen Assistenten Dario Zuffi der Verein eindeutig näher liegt als dem Vorgänger. Die erste Nagelprobe, für Kaiser, für Romano, mit Voege weiterhin im Hintergrund wird die sommerliche Transferperiode sein. Es geht darum, mit den aktuell um rund 300 000 Franken reduzierten Finanzmitteln die wichtigsten Lücken zu schliessen.

Beispielsweise die, nicht nur gemäss dem Trainer, prioritäre Besetzung des Abwehrzentrums mit einem «Chef». So ist vorgesehen, dass der Spanier Jordi Lopez (25) vom CF Gavà aus der (drittklassigen) Division Segunda B am 20. Juni zum Trainingsauftakt auf der Schützi ist. Wo sie liegt, weiss er. Er trainierte von knapp zwei Wochen zwei Tage mit – und passte dem Trainer. Überdies ist die Verpflichtung eines nächsten Talents des FCB nahe: Robin Huser (19) aus der meisterlichen U21 soll leihweise kommen. Er ist am ehesten ein «Achter».

Das Hauptproblem. Das Image des FCW ist zum einen weiterhin sehr positiv. Oder anders gesagt: Was ins Portefeuille des Geschäftsführers Andreas Mösli gehört, funktioniert. Die Zuschauerzahlen sind wieder angestiegen, natürlich auch dank zweimal über 9000 Zuschauer gegen den FCZ auf 3500 pro Spiel. Aber auch ohne die Auftritte der Zürcher wären es rund 2800, wieder 200 mehr als in der vergangenen Saison, so viele wie vor zwei Jahren. Aber auch so: Dreimal über 9000, gegen den FCZ und im Cup gegen den FCB, sind gute Signale.

Allein, es bleibt das Führungsvakuum offensichtlich. Zwei Jahre nach dem Rücktritt des langjährigen Präsidenten Hannes W. Keller konnte für die Saison 2017/18, die erste ohne seine Defizitgarantie, zwar ein Budget erstellt werden, das mit 3,9 Millionen Franken Challenge-League-tauglich zu nennen ist. Aber grössere Würfe erlaubt es nicht, und zumindest aktuell sind auch keine spruchreif. Und vor allem: Zwei Jahre nach dem Rücktritt von «HWK» hat der Verein noch immer keinen Präsidenten, keinen, der für den Verein steht. Für einen Klub, der gewiss auch deshalb keine Vision hat. Von dem eigentlich nicht zu sagen ist, was seine Zielsetzungen sind – ausser, dass er in der Challenge League bleiben will.

Äusserungen, wie sie der Captain Patrik Schuler zu seinem Abgang vom FCW tätigte, lassen darauf schliessen, dass auch er das so sieht – und auch deshalb einen neuen Weg beschreitet. Oder David von Ballmoos, der als Emmentaler zwei Jahre die Aussen- mit der Innenansicht vergleichen konnte, stellte fest: «Man könnte im Klub den Leistungsgedanken etwas mehr ausdrücken. Der FCW gehört weiter nach vorne als wir zurzeit stehen.»

Fakt ist, dass die Aussenwirkung des Vereins – zumal auf Spieler – nicht mehr so anziehend ist wie auch schon. Ein Spitzenteam war der FCW zuletzt als Dritter 2015 (nach Servettes Zwangabstieg). Seither wurde die Lücke zur Spitze immer grösser. 44 Punkte hinter dem Ersten lag er noch nie auch nur annähernd. Aber er hatte auch noch nie 32 Punkte weniger als der Zweite. Ein Kader besser zusammenstellen als zuletzt sollte man auch mit den aktuellen Mitteln können. hjs

 

 

Die Noten der FCW-Spieler:

Die Torhüter blieben die sichersten Werte

 

 

Torhüter


David von Ballmoos (22 Jahre/32 Spiele): Er mag das Spiel in Schaffhausen «verloren» oder in Zürich einen haltbaren Ausgleich kassiert haben. Als Gesamteindruck bleibt: Er war zwei Jahre lang ein hochprofessioneller, fokussierter Jungprofi mit der Einstellung, sich stets zu verbessern. Das tat er auch, selbst mit dem Fuss. – Note: 5.

Matthias Minder (24/4): Er war vor von Ballmoos die Nummer 1, wird sie nach ihm sein. Auch er machte Fortschritte und war in fünf Cupspielen fünfmal gut, in Bern gar sehr gut. – 5.

Innenverteidigung

Guillaume Katz (28/29/1 Tor): Er hat in einigen Beziehungen, etwa mit Routine und Einstellung, das Zeug zum Führungsspieler. Aber er ist zu oft ein Unsicherheitsfaktor, deshalb nicht «der» Abwehrchef. Immerhin, im Frühjahr besser als im Herbst. – 4.

 

Patrik Schuler (27/14/1): In seinem letzten Halbjahr beschränkte er sich weitgehend auf die «wichtigen» Spiele, im Cup, gegen den FCZ, den Abschiedsmatch. Im Herbst war er lange verletzt, seine Note ist also eher eine für seine solide Karriere als für seine letzte Saison. – 4,5.

 

Zlatko Hebib (26/14): Er kam im Winter als Ergänzung – und war das dann auch. Seine Leistungen waren passabel. – 4.

 

Julian Roth (19/12/0/1 Assist): Er ist ein Verteidigertalent. Er hat Perspektive, aber er ist noch eindeutig zu fehleranfällig. Immerhin, zuletzt wars schon so, dass er nicht mehr aus der Bahn geworfen wurde, wenn ihm mal früh ein Patzer unterlaufen war. – Knappe 4.

 

Tobias Schättin (20/22/0/2): Er wurde zur Stammkraft, in Romanos System mehr als linker Innenverteidiger denn als Aussenläufer eingesetzt. So viele Spiele hintereinander hat er zuvor nie bestritten, das ist ein Fortschritt. Er hat wichtige Tore vorbereitet, in Zürich oder gegen YB. Aber er ist noch zu wenig stabil. – Gute 4.

 

Daniele Russo (31/18/0/2): Im Herbst war er mit 18 Spielen über 90 Minuten der Dauerbrenner, im Frühjahr machte er, lange verletzt, keine Minute mehr. – Im Frühjahr: Ohne Note.

 

Mittelfeld zentral


Kreso Ljubicic (28/22/0/2; 1 Tor im Cup): Nach einem völlig verpatzten Herbst wurde er im Frühjahr zum Stammspieler auf der «Sechs», mit teils passablen Leistungen, aber nicht mit der Attitüde des Chefs, der er eigentlich sein müsste. Daran hindern ihn auch physische Defizite in den Zweikämpfen. – 4.

Karim Gazzetta (13 / 22 / 13 / 0 / 1): Sein Debüt nach langer Verletzungspause war fulminant, in 120 Minuten gegen YB. Die Fortsetzung ein paar Wochen lang vielversprechend. Er zeigte Qualitäten als Zweiwegspieler. Liess dann aber, auch mangels Fitness, wieder nach. Immerhin, er verspricht in guter Verfassung eine starke Lösung als «Achter» zu werden. – Gute 4.

Robin Kamber (21/27/5/2): Im Herbst ein grösseres Fragezeichen, steigerte er sich im Frühjahr als Pendant zu Gazzetta. Er trug, auch mit (Kopf-)Toren, zur guten Phase bei, liess gegen Ende wieder nach – und muss nun zurück nach Vaduz. – Gute 4.

Tiziano Lanza (22/14): Er hat das Vertrauen, das manche in ihn setzen, (noch) nicht verwirkt. Immer wieder zeigte er gute Pässe (wie vor dem 2:1 in Zürich). Aber insgesamt mit zu wenigen Anzeichen, wie sie ein Talent aussenden müsste. - Knappe 4.

Marco Mangold (30/9/1/1): Kaum war er nach seinem Fussbruch zurück und spielte er gegen YB stark, war er wieder draussen – mit einem Kreuzbandriss. Jammerschade. - Ohne Note.

Arxhend Cani (20/81/1; 1 Tor im Cup): Spielerisch sehr talentiert, aber physisch wie offenbar auch mental zu wenig durchsetzungswillig. – Ohne Note.

 

Mittelfeld aussen


Michel Avanzini (28/25/1/1): Im Frühjahr machte er nur noch die ersten fünf Spiele über 90 Minuten, danach war – verletzungshalber – der Wurm drin. An guten Tagen ein guter Flügelmann, aber die waren im letzten Halbjahr nur noch selten. – 4.

Leandro Di Gregorio (25/33): Er gehörte, ob rechts oder links, zu den meisteingesetzten Spielern. Dennoch ist der Gesamteindruck sehr zwiespältig. Zu oft waren seine Auftritte blutarm, zu wenig durchschlagskräftig in den Zweikämpfen, kaum mit markanten Szenen in der Offensive. – 3,5.

Luca Radice (29/35/4/3): Er war als Mann für die linke Flanke einer der Profiteure der Systemumstellung unter Romano. Natürlich, nicht immer so treffsicher und effizient wie gewünscht; manchmal etwas fahrig. Aber insgesamt der meisteingesetzte Spieler mit viel Lauffreude und relativ gutem Durchschnittsniveau. – 4,5.

Romain Dessarzin (23/26/1/5; dazu 3 Tore im Cup): Fiel, weil als Flankenspieler defensiv anfällig, in Romanos System zurück. Was schade war, weil er Fähigkeiten hat. – Fürs Frühjahr: Ohne Note.

 

Offensivspieler


Silvio (32/33/16/4; dazu 3 Tore im Cup): Der Topskorer, mit einer sehr starken Phase im Frühjahr mit zehn Treffern in zehn Spielen, gegen Schluss nachlassend. An guten Tagen auch mit seiner Kampfkraft ein wichtiger Mann. – 4,5.

Manuel Sutter (26/29/5/6; dazu vier Tore im Cup): Immer mal wieder verletzt. Ausgesprochen leistungswillig. Doch die Torquote wäre wesentlich besser, machte er seine Aktionen klarer fertig. Dazu fehlts halt manchmal an der Technik. – Gute 4.

Gianluca Frontino (28 / 12 / 2/ 4): Der prominente Neue war in der guten Phase von Mitte März bis Ende April die gewünschte Verstärkung. Aber kaum war die Abstiegsgefahr gebannt, liess er nach, fast am meisten. Er muss schon wieder deutlich konkreter werden, die Erwartungen in ihn sind hoch. – 4,5.

Luka Sliskovic (22/26/5/4): Gute Ansätze, aber eher als Joker denn als Startspieler. Beherrscht Tempospiel besser als andere. Aber es gilt weiterhin: Für einen «Knipser» knipst er zu wenig. – Knappe 4.

 

Ohne Wertung

Jordi Nsiala (23/15) war immerhin in der U21 eine Hilfe. – Rafhinha (25/3), sein Transfer war ein Missverständnis. – Gianluca D’Angelo (26/7/0/1), zwei Einsätze unter Romano, dann wieder verletzt. - Im Frühjahr nicht mehr dabei: Marco Trachsel (31/6/zu Cham) und Nicola Sutter (22/11/zurück nach Thun). hjs

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