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Sa   09. September 2017   19:00

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1 : 1

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11.09.2017, 01:26 Uhr, Autor: LANDBOTE; Hj. Schifferli

Presse-Artikel Presseschau: Zwischen Enttäuschung und «gutem» Punkt

LANDBOTE: Der FCW hätte beinahe gewonnen, aber er hätte auch leicht verlieren können. Chiasso glich zwar erst in der 91. Minute aus, war in seiner einstündigen Überzahl aber klar überlegen. Also ist das 1:1 ein guter Punkt für den FCW.

 

FCW-Trainer Umberto Romano beschäftigten noch am Tag danach «gemischte Gefühle». Denn so sah er dieses Spiel: «Wir waren gut im Match, wenn auch nicht sehr torgefährlich.» Dann, nach dem Platzverweis für Silvio, «wars sein anderes Spiel. Chiasso hatte seine Chancen, sicher, gleichwohl war dieser Ausgleich ärgerlich.» Und dann schloss er: «Nüchtern betrachtet war es ein guter Punkt. Denn die Mannschaft hat einen guten Charakter gezeigt und sich gewehrt.»Die eine Seite ist eben diese: Wer in der 91. Minute das 1:1 kassiert, der ärgert sich, den plagt das Gefühl des verpassten Sieges. Und weil es an diesem Regensamstag dem FCW passierte, verpasste er den angestrebten ersten Heimsieg und den Sprung in die obere Tabellenhälfte.

«Die Mannschaft hat einen guten Charakter gezeigt und sich gewehrt.»Umberto Romano

Die andere Seite ist diese: Wer eine Stunde lang in Unterzahl spielen muss und das gegen einen guten Gegner – für den ist ein Unentschieden gut. Das Tor zum 1:1 war das Mindeste, das die Tessiner mit ihrer Gesamtleistung und ihren Torchancen erreichen mussten. Dass am Ende dennoch sie jubelten wie ein Sieger und die Winterthurer die Köpfe fast wie ein Verlierer hängen liessen, war das Paradoxon des Tages.

Der Aussetzer des Skorers

Es wurde den trotz miesen Wetters über 2000 Zuschauern zwei verschiedene Spiele geboten. Im ersten, das eine gute halbe Stunde dauerte, war der FCW gut. Er bekam die Dinge weitgehend unter Kontrolle in einem positiven Stil wie zuletzt lange Zeit gegen Servette. Aber auch mit dem selben Manko. Im Verhältnis zum Aufwand und zu den oft auch optisch guten Taten gabs zu wenig Ertrag, zu wenig konkrete Torgefahr wie auch der Trainer feststellte.

Es folgte – aus regenverhangenem Himmel – die Szene, die das erste Spiel beendete und das zweite, das einstündige, einleitete. Kreso Ljubicic stand bereit, einen Eckball zu treten, als ihn ein Pfiff des Schiedsrichters daran hinderte. Und im Strafraum lag Chiassos Captain Simone Belometti am Boden, stand – ziemlich schuldbewusst – der FCW-Stürmer Silvio daneben. Der Schiedsrichter trat entschlossen hinzu und schwenkte Silvio die Rote Karte unter die Nase. Es war offensichtlich, was Ref Klossner gesehen hatte: Einen Schlag Silvios, der sich wohl provoziert fühlte, gegen Belometti – mit der offenen Hand.

Silvio schlich von dannen. Nicht protestierend, sondern eben wie einer, der wusste, was er da angerichtet hatte mit seinem Aussetzer. Schon bei Halbzeit hat er sich bei seinen Kollegen dafür entschuldigt, nach Spielschluss erschien er zum selben Zweck in der Trainerkabine. Und dann sprach er auch noch beim Schiedsrichter vor. Klar ist danach, dass er am kommenden Sonntag im Cup in Delsberg fehlt. Mit drei, womöglich vier Spielsperren ist in einem Fall wie diesem sicher zu rechnen. Also wird der FCW gegen die beiden Topteams FC Schaffhausen und Neuchâtel Xamax ebenfalls fehlen, es sei denn, der Verein veranlasse da mit der aufschiebenden Wirkung eines Rekurses Retuschen. Allein, es folgen danach die Spiele in Wohlen und gegen den FC Rapperswil – und die könnten aus Sicht des FCW wichtiger sein.

Die gute Idee ...

Aber zurück zum vergangenen Samstag: Über die Fortsetzung des Events nach Silvios Aussetzer hatte nicht mehr der FCW die Kontrolle. Jetzt ging es darum, in einem 4-4-1 möglichst gut zu verteidigen und jenen Gegentreffer zu verhindern oder zumindest hinauszögern, der wohl die Entscheidung gewesen wäre, hätte ihn Chiasso erzielt. Auf der FCW-Bank hatten sie dann die gute, allerdings auch naheliegende Idee, nach einer Stunde den sehr schnellen und sehr kräftigen Berner Jungstürmer Kwadwo Duah an die Mittellinie zu stellen, später auch noch den ebenfalls schnellen Debütanten Dario Ulrich ins Mittelfeld einzugliedern.

Die Rechnung war klar: Eben das 0:1 verhindern und dann die Chance nutzen, die sich bei der Schnelligkeit Duahs irgendwann bieten würde. Und diese Rechnung ging auf, schon fast planmässig eine Viertelstunde vor Schluss. Es stand da noch immer 0:0, obwohl der FC Chiasso nun sicher über 70 Prozent an Ballbesitz hatte, aber er nutzte selbst jene zwei, drei seiner Chancen nicht, die schon fast nicht zu verfehlen waren. Wie jene in der 66. Minute, als der Sekunden zuvor eingewechselte Guineer Alhassane Soumah mit einem Kopfball aus drei Metern an Matthias Minder scheiterte.

... und das wahre Kleinod

Aber dann das in der 75. Minute: Tobias Schättin warf ein, drei, vier Meter jenseits der Mittellinie. Und es folgten zwei doppelte Doppelpässe Schättins zuerst mit Luca Radice, dann mit Duah. Der Abschluss: Ein fulminanter – eben der erhoffte – Antritt Duahs an Bruno Martignoni vorbei, Rückpass auf Schättin, Tor. Es war, im 32. Spiel in der Challenge League, Schättins erstes Tor. Es war nicht nur sehr wichtig, sondern auch in der Entstehung ein wahres Kleinod. Im Cup hat Schättin übrigens schon mal getroffen, vor ein paar Wochen in Gambarogno.

Am Tor der Tessiner war der Zeitpunkt das grössere Ärgernis als der Fakt an sich, dass es gefallen war. Irgendwann musste der Ball ja mal über die Linie. In dieser letzten Szene wehrte Nicolas Stettler zweimal ab, doch schliesslich schupfte der Gambier Assan Ceesay den Ball doch noch zwischen den Beinen Minders und Denis Markajs über die Linie.

Natürlich war man auch auf den Rängen darob fürs Erste geschockt. Als das Spiel aber vorbei war, zeigten sich die Fans erkenntlich für die Leistung der Mannschaft. Die war eben eine halbe Stunde lang spielerisch gut gewesen und danach kämpferisch überzeugend. Ein «Charakterspiel» eben wars geworden, und es ist nicht typisch für den FCW, dass er eine solche Aufgabe gut erledigte. Denn schliesslich galts zu kämpfen ohne Silvio, den Topmann, ohne Jordi Lopez, den Abwehrchef, und ohne Gianluca Frontino, spielerisch einer der Leader.

Aber es wurde soldarisch gefightet, keiner entzog sich dieser Aufgabe. Auch einer wie Kreso Ljubicic scheute keinen Zweikampf. Gar herauszuheben ist Schättin für seine Gesamtleistung. Er war von Anfang an im Spiel, konzentriert und zielsicher; und er hielt, was nicht die Regel ist, durch. Es war womöglich sein stärkstes Spiel überhaupt für den FCW.

Bestes Chiasso seit Jahren

Die Tessiner zogen von dannen im Wissen, weiterhin Vierter zu sein und eine angenehme Überraschung in dieser Liga. Der FC Chiasso hat seine beste Mannschaft seit Jahren, vor allem eine mit Spielkultur, was sicher auch Verdienst dieses spanischen Jungtrainers namens Guillermo Abascal ist, der sich auch aufführt, wie sich ein Trainer von einer gewissen Klasse aufführt.

Wie er das Spiel beurteilte, überraschte nicht. Sie hätten gewusst, dass Winterthur eine Mannschaft mit guten Spielern sei, erfahren in der Challenge League. Aber wie das Spiel dann nach dem Platzverweis gelaufen sei, so müsse man schon sagen: «Zum Glück ist das späte Tor diesmal für und nicht, wie zuletzt in Wohlen, gegen uns gefallen. Aber wir haben es mehr als verdient.» Doch er sah auch: «In Wohlen wie jetzt in Winterthur haben wir mit einem 1:1 dafür bezahlt, dass wir unsere Chancen zu wenig nutzten.» Also müssten sie jetzt auch in Winterthur «ganz klar von zwei verlorenen Punkten» sprechen.

Die Aufgabe der nächsten Tage

Beim FCW ist die Aufgabe der nächsten Tage, Ergänzungen fürs nun ziemlich knappe Kader zu finden – nach dem Abgang Yang Ming-Yangs, der schweren Verletzung Julian Roths, der längeren Sperre für Silvio und vielleicht auch wegen des Ausgangs der Hängepartie mit Frontino. Namen haben sie schon mal – wie jenen Ousmane Doumbias. hjs

 

 

+ + +  M A T C H T E L E G R A M M  + + +

FC Winterthur – FC Chiasso 1:1 (0:0)

Samstag, 9. September 2017, 19.00h – Stadion Schützenwiese. - 2100 Fans - SR Klossner. - Tore: 76. Schättin 1:0. 91. Ceesay 1:1. - FCW: Minder; Markaj, Katz, Schättin; Ljubicic; Stettler, Gazzetta (66. Ulrich), Huser, Radice; Sutter (59. Duah), Silvio. - Chiasso: Russo; Jetmir Krasniqi, Delli Carri (75. Vergine), Martignoni, Belomelli; Abedini; Padula (59. Ceesay), Fatkic, Rey, Carte Said; Farrugia (65. Soumah). - Bemerkungen: FCW ohne Lopez, Roth, Frontino (verletzt), Genc Krasniqi (U21) und Di Gregorio (nicht im Aufgebot); nur vier Feldspieler auf der Ersatzbank; nach Silvios Platzverweis in einem 4-4-1; Challenge-League-Debüt von Dario Ulrich (21). - Chiasso ohne Torhüter Bellante, Urbano, Ramcilovic (verletzt), Josipovic (nach Transfer aus Aarau noch nicht qualifiziert), Franzese, Hamadi und Bilinovac (nicht im Aufgebot); Challenge-League-Debüt von Fabiano Vergine (19/Italiener). - Platzverweis: 33. Silvio (Tätlichkeit). - Verwarnungen: 43. Carte Said (Foul). 53. Abedini (Foul) und Radice (Unsportlichkeit). 56. Fatkic (Foul). 71. Jetmir Krasniqi (Foul). 90. Huser (Reklamieren). - Schiedsrichterteam mit sechs Mann angereist, Bieri und Schärer neben den Toren; Test für einen Europa-League-Einsatz.

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