Next Match

Mo   21. August 2017   20:00

FCW

- : -

Servette

Last Match

Do   10. August 2017   20:00

Vaduz

2 : 2

FCW

Hauptsponsor

Keller

Ko-Sponsoren

  • DE Druck AG
  • Haldengut
  • gpard

Fahrzeugpartner

Auto Haerti AG

Medienpartner

  • Der Landbote
  • Winterthurer Stadtanzeiger
  • Radio Top

Vitaminspender

Biotta AG

Webdesign

Digicom Digitale Medien AG

30.05.2017, 00:49 Uhr,

Presse-Artikel Überlebenskampf: Die Leider einer Liga

TAGBLATT: Morgen entscheidet sich, ob nebst Le Mont auch Wohlen und Chiasso am grünen Tisch aus der Challenge League absteigen. Die zunehmende Professionalisierung ist für die zweithöchste Spielklasse Fluch und Segen zugleich.

 

Die Challenge League hat zwei Gesichter. Auf der einen Seite das sonnige: Traditionsclubs wie Xamax, Servette oder Aarau beleben die Liga. Der Zuschauerschnitt stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich in Richtung der 2000er-Marke – und knackte diese in dieser Saison dank des FC Zürich deutlich. Zudem stieg zuletzt das sportliche Niveau – darin sind sich alle Beteiligten einig. Und im kommenden Jahr wird dank des neuen TV-Vertrags weiteres Kapital in die zweithöchste Schweizer Liga fliessen. Die Einführung der Zehnerliga 2012 war ein Erfolg, müsste man so gesehen bilanzieren.

Der Liga droht ein negatives Novum

Aber man kennt die andere Seite. Seit der Professionalisierung kämpfen in der unteren Hälfte der Tabelle viele Clubs ums Überleben. In diesem Jahr könnte die Challenge League sogar ein unrühmliches Novum ereilen. Nach Le Mont, das aus finanziellen Gründen künftig freiwillig auf Profifussball verzichtet, könnten am Mittwoch mit Wohlen und Chiasso zwei weitere nichtsportliche Absteiger dazukommen. Chiasso kämpft mit den Finanzen, Wohlen mit Infrastruktur-Problemen. Die Swiss Football League (SFL) fordert für die TV-Übertragungen eine stärkere Flutlichtanlage, zudem müssen Schalensitze gegen Klappsitze ersetzt werden.

Dazu kam in dieser Saison das Scheitern des FC Wil, der sich einem Geldgeber auslieferte – und sich nun als eigentlicher sportlicher Absteiger beim FC Le Mont bedanken kann. Neu sind die wirtschaftlichen Probleme in der Liga nicht: Absteiger wurden seit der Einführung der Zehnerliga 2012 vorwiegend aufgrund der Finanzkraft der Clubs ermittelt, und nicht sportlich. Mit Ausnahme von 2014, als Locarno sportlich abstieg.

Lucien Tschachtli ist ein Mann mit Sinn fürs Dramatische. «Als die Zehnerliga eingeführt wurde, sagten wir, das kommt schlimm. Aber es kam noch schlimmer», sagt der Präsident des FC Wohlen. Die Aargauer stellen einen der wenigen ländlichen Vereine, die in der Challenge League verblieben sind. Ganz allgemein kritisiert Tschachtli, dass die SFL mit der Reduktion der Liga einen für kleine Clubs kaum mehr tragbaren Verdrängungskampf gefördert habe. «Die Liga treibt die Clubs in die Hände von Geldgebern.»

Die SFL wehrt sich gegen solche Aussagen. Die Hürden für die Clubs seien in den letzten Jahren nicht grösser geworden, mit Ausnahme der schon vor Jahren angekündigten Forderung nach stärkerem Licht, sagt Liga-CEO Claudius Schäfer. «Es gibt keine konkrete Vorgabe, wie hoch ein Budget sein muss.» Schäfer weist zudem darauf hin, dass es vor der Einführung der Zehnerliga ebenfalls immer wieder Clubs gab, die an Lizenzvorgaben scheiterten.

Tatsache ist, dass viele Teams der Challenge League ihr Budget zuletzt erhöhen mussten. «Bei der Professionalisierung musste man mitziehen, will man nicht absteigen», sagt Andreas Mösli, Geschäftsführer des FC Winterthur. Er sieht in der Professionalisierung der Liga viel Positives, aber auch die Schattenseiten. «Der Kostendruck steigt.» Das Aussergewöhnliche am emotionalen Fussballgeschäft sei: «Die Vereine sind bereit, mitzumachen, auch wenn Verluste drohen.» Auch in Winterthur verschärft sich die Lage, da der ehemalige Präsident Hannes W. Keller nicht mehr wie bisher allfällige Löcher stopfen wird. Mit TV-Geldern, die in der Challenge League zwischen 500000 und 800000 Franken pro Team betragen dürften, könne ein Teil aufgefangen werden – der Rest muss über Sponsoren erschlossen werden, um das Budget von gegen 3 Millionen Franken für die erste Mannschaft zu stemmen. Mit leicht tieferen Budgets planen Wohlen oder Wil.

Der begrenzte Schweizer Markt

Nun könnte man im Sinne der natürlichen Auslese argumentieren: Jene 20 Clubs gehören in die Profiligen, die das Budget stemmen können. Tschachtli aber bezweifelt, dass der Schweizer Markt auf Dauer genügend hergibt, um 20 Profiteams zu finanzieren. «Verglichen mit der Bevölkerungszahl müsste es in Deutschland 200 Profimannschaften geben.» Er plädiert dafür, dass bei einer allfälligen Modusänderung die Challenge League wieder vergrössert wird. «Der Budgetdruck würde sinken, was auch Halbprofiteams die Möglichkeit gäbe, mitzutun.» Werde die Super League, wie derzeit angedacht, aufgestockt, verschärfe sich das Problem ohnehin, da dann in den zwei höchsten Ligen noch mehr Teams um die Gunst der Geldgeber kämpften.

Es sind Überlegungen, welche die Liga in die Modusanalyse einfliessen lässt. Sie weiss aber auch: Mit einer Öffnung nach unten würde in der Challenge League auch das Niveau wieder sinken. Hier dreht sich die Diskussion im Kreis. Mösli propagiert Flexibilität: Warum nicht in ländlichen Gebieten keine TV-Übertragungen, dafür auch kein TV-Geld? Warum nicht im Wohlener Fall, wo meist keine 1000 Zuschauer zugegen sind, in Sachen Schalensitze ein Auge zudrücken? Der Vorlagenkatalog der Liga müsse unbürokratisch angewendet werden, sagt Mösli. Die Liga weiss: Sie wird es nicht allen recht machen können.

Keine Kommentare
Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.

*
*