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22.07.2017, 01:40 Uhr, Autor: LANDBOTE; Hj. Schifferli

Presse-Artikel Saisonvorschau: Eine halbe Liga will aufsteigen

LANDBOTE: Der FCZ hat sich wieder aus der Challenge League verabschiedet. Das schafft Raum für die andern. Also denkt diesmal die Hälfte der Liga an den Aufstieg, neben dem Favoriten Nummer 1, Neuchâtel Xamax, auch Servette, Aarau, Schaffhausen und natürlich der Absteiger aus Vaduz.

Die Challenge League hat eine ungewöhnliche Saison hinter sich. Im Grossen und Ganzen war sie zwiespältig. Natürlich brachte der FCZ Interesse fürs oft unterschätzte Geschehen in der zweiten Liga. Aber er war mit seinem überzeugenden Auftritt auch ein Spannungskiller, was er nicht hätte sein können, wenn es die Barrage weiterhin gäbe und auch der Zweite Aufstiegschancen besässe. Es gab aber auch zu viel Theater um den FC Wil und um die Lizenzen für den FC Wohlen und den FC Chiasso.

Völlig unbefriedigend war auch der Rückzug des FC Le Mont, der schon sechs Runden vor Schluss auch dem Abstiegskampf die Spannung raubte. Und unbefriedigend ist, wenn die Liga jetzt schon wieder Briefe verschickt und mit Anzeigen droht – in Wil, Wohlen und Chiasso. In Wil und Wohlen gehts mit dem Licht nicht zeitgerecht weiter. Aber das kann einen doch nicht überraschen. Das hatte sich zumal im Fall Wohlen absehen lassen, als die Freiämter ihre Lizenz in zweiter Instanz dank eines kurzfristig eingereichten Baugesuchs doch noch erhielten. Und in Chiasso haben sie offensichtlich die Löhne für den Mai verspätet bezahlt.

Jetzt gehts in die neue Saison, ohne designierten Aufsteiger wie den FCZ und – hoffentlich – ohne finanzielle Abstürze. Und so sind die zehn Klubs einzustufen – von Xamax, dem Zweiten der vergangenen zwei Jahre, bis zum FC Rapperswil-Jona, dem Debütanten in diesem Kreis.

Fünf wollen nach oben

Neuchâtel Xamax – höchste Ziele. Was sie wollen, hat der Neuenburger Präsident Christian Binggeli seinen Spielern und seinem Staff beim Trainingsbeginn nochmals in aller Deutlichkeit erklärt: «Wir wollen aufsteigen und wir wollen Cupsieger werden.» Das mit dem Cupsieg mag etwas gar hoch gegriffen sein. Das Ziel Aufstieg ist logisch für einen Klub, der sich im Jahr 1 nach der Rückkehr in den Profifussball als Zweiter zeigte und im Jahr 2 den grossen Rest hinter dem FCZ klar dominierte, elf Punkte vor Servette, mehr als 20 vor den andern.

«Wir wollen aufsteigen und wir wollen Cupsieger werden.» Christian Binggeli,
Präsident Neuchâtel Xamax

Michel Decastel ist ein erfahrener Trainer, der die Mannschaft sehr gut entwickelte. Sie ist nominell mindestens so gut wie zuletzt. Mit Janick Kamber und Geoffrey Tréand, der im Streit von Aarau schied und gar mehr als die Hälfte der Ablösesumme selbst bezahlte, kamen zwei Verstärkungen. Andere sind Ergänzungen. Einzig ganz vorne bräuchte es noch eine Verstärkung, dort steht Gaétan Karlen allein. Wohl auch deshalb schoss Xamax in keinem seiner fünf Vorbereitungsspiele auch nur ein Tor! Was neu und nicht ungefährlich ist: Diesmal ist die Erwartungshaltung sehr viel höher, Xamax setzt sich auch selbst unter Druck, anders als in den vergangenen zwei Jahren.

Servette – ein Fragezeichen. Die Genfer haben schon im Winter ihren – unerfahrenen – Trainer Anthony Braizat durch den Bosnier Meho Kodro ersetzt, weil sie dem eher zutrau(t)en, die Mannschaft in die Super League zu führen, und zwar in der Saison 2017/18. Manche Voraussetzungen dafür – oder zumindest fürs Mithalten in der Spitzengruppe – mögen gegeben sein, denn mit Verteidiger Sally Sarr und den Offensivspielern Sébastien Wüthrich und Steven Lang kamen Verstärkungen.

Allein, es gibt ein grosses Fragezeichen: Nach langem Machtkampf mussten die Genfer ihren Topskorer Jean-Pierre Nsame nun doch an YB abgeben. Rund 900 000 Franken plus Anteile an einem Weiterverkauf erhielten sie dafür, allein: Sie brauchen nun einen vergleichbaren Nachfolger. Finanziell sollte das nun möglich sein, für einen Verein, der mit einem Budget von 5,6 Millionen für Mannschaft, Staff und Administration, weiteren zwei für die Nachwuchs-Akademie arbeitet.

FC Schaffhausen – die Fortsetzung? Als Murat Yakin im Winter kam, war der FCS Letzter. Anfang Mai war er Vierter und punktbestes Team der Rückrunde. Jetzt verlor er keines von fünf Testspielen und schlug er drei Super-League-Klubs. Also sind die Erwartungen in Schaffhausen hoch, so hoch wie nie mehr seit dem Abstieg aus der Elite vor zehn Jahren. Das könnte ein Problem werden, denn gut die Hälfte von Yakins erster Elf des Frühjahrs ist zu ersetzen, mit den Skorern Shkelqim Demhasaj und Steven Lang sowie dem «Zehner» Gjelbrin Taipi gar drei Stützen. Es sind eher Yakins Qualitäten als zwingend jene seines Kaders, die einen an einen Erfolg glauben lassen.

FC Aarau – das dritte Jahr. Die Aarauer, die sich grundsätzlich ja eher der Super als der Challenge League zugehörig fühlen, stehen vor dem dritten Jahr in der Zweitklassigkeit, wie zuletzt vor fünf Jahren, als sie dann unter René Weiler den Wiederaufstieg schafften. Damals war eine Saison vorangegangen, in der Weiler den Verein zuerst vor dem Abstieg retten musste. Diesmal hat der FC Aarau eine ebenfalls sehr enttäuschende Saison zu korrigieren, mit sagenhaften 40 Punkten Rückstand auf den FCZ.

Marco Schällibaum musste für dieses Versagen büssen, der Ligadebütant Marinko Jurendic (40) soll nun wieder vorne mitwirken. «Wir wollen um die ersten drei Plätze mitspielen», sagt er, sagt Sportchef Raimondo Ponte. Das wird für manchen Aargauer (zu) zurückhaltend tönen, ist aber klug, wenn man bedenkt, dass das Kader kaum besser ist als vergangene Saison. Und zum Start fehlen gleich vier erfahrene Stützen aus der Defensive.

FC Vaduz – baldige Rückkehr. Im «Ländle» sind sie überzeugt, durchaus die Basis zu haben, gleich wieder an die Rückkehr in die Super League denken zu dürfen. Also sagt auch Trainer Roland Vrabec: «Wir wollen um den Aufstieg mitspielen.» Wen sie holten, brachte viel Routine mit, wie Milan Gajic, Tomislav Puljic oder Enrico Schirinzi. Fehlen könnte ein überdurchschnittlicher Skorer. Noch nicht sonderlich überzeugend ist auch der Leistungsausweis des Trainers.

Der FCW – und vier dahinter

Stuft man den FC Winterthur ein als Mannschaft, die nicht gut genug ist, ganz vorne mitzumachen, aber sicher gut genug sein muss, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Sieht man in ihm gleichsam das Mittelfeld, dann gibts dahinter noch jene vier, die nichts anderes als den Klassenerhalt als realistisches Ziel haben können.

FC Wohlen – das 16. Jahr. Die Freiämter sind nach Winterthur dienstältester Klub der Liga. Aber das 16. Jahr dürfte sehr hart werden. Das Wohler Kader wirkt eher dünn, jedenfalls schwächer als zuletzt, denn zwei Drittel der bisherigen Stammelf sind nicht mehr da. Noch immer ist Alain Schultz, mittlerweile 34, der unbestrittene Leader. Bekanntester Neuer ist der Torhütertrainer, Pascal Zuberbühler. Aber der ist nur in Teilzeit tätig, also wird er morgen auch nicht auf der Winterthurer Schützenwiese sein, sondern als Fernsehexperte bei YB – FCB wirken.

FC Chiasso – der Jungtrainer. Die Südtessiner wurden ein weiteres Mal ihrem Ruf gerecht, die Inkonstante sei ihre einzige Konstante. Anderthalb Dutzend Spieler verliessen den Verein, ein Dutzend neue kamen. Geführt wird die Mannschaft von drei unbekannten Spaniern, angeführt vom 28-jährigen GuillermoAbascal, bisher bei den B-Junioren des FC Sevilla. Kein Wunder, kamen Meldungen auf, der FC Sevilla habe sich in Chiasso eingenistet. Der eine oder andere gute Spieler wird dabei sein. Aber klar ist: Mehr als der Klassenerhalt kanns nicht sein.

FC Wil – konsolidieren. Der Verein hat strube Zeiten hinter sich, die noch längst nicht verarbeitet sind. Noch immer gibts offene Personalfragen aus der Vergangenheit wie jene um Mattia Bottani und den FranzosenRémi Gomis. Als Devise gilt nun: «Zurück zu den Wurzeln». Mit dem 37-jährigen Deutschen Konrad Fünfstück, der mal ein kurzes Gastspiel als Zweit-Bundesligatrainer in Kaiserslautern geben durfte, will man sich konsolidieren. Auf dass der Verein auf Dauer (wieder) dort steht, wo er sich nach den Höhenflügen mit den Türken realistischerweise wieder sehen möchte: in der oberen Hälfte der Challenge League. In dieser Saison muss der erste Gedanke sein, oben zu bleiben. Denn man weiss: Hätte sich Le Mont nicht zurückgezogen, wäre der FC Wil jetzt in der Promotion League.

FC Rapperswil-Jona – das Debüt. Die Rapperswiler haben sich erstmals in die zweithöchste Liga vorgearbeitet. Dem Aufstiegskader vertrauen sie auch weitestgehend, müssen sie mangels finanzieller Möglichkeiten auch vertrauen. Mit Ausnahme des weit gereisten Stürmers Orhan Mustafi verpflichteten sie «nur»junge Talentspieler von Super-League-Klubs. Viel Erfahrung aus dem Spitzenfussball hat dafür der Trainer Urs Meier. Und dem ist klar: Alles andere als der Klassenerhalt ist ein unrealistisches Ziel. hjs

 

 

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