| Nach acht Minuten am Ende aller Chancen |
| Geschrieben von Hj. Schifferli, LANDBOTE | |
| Di. 9. Mär. 10 | |
LANDBOTE: Der FCW lag im Spitzenspiel in Thun schon nach acht Minuten 0:2 zurück
und hatte danach keine Chance mehr auf einen Punktgewinn. Die
0:4-Niederlage ist zumindest vorderhand auch das Ende der Hoffnungen
auf Platz 2.
Hier anklicken für Landbote-Matchbericht im PDF-Format Um Barrageplatz 2 kämpfen wollten sie beim FCW. Aber so erfreulich ist, einen Trainer und eine Mannschaft mit Ambitionen zu haben, so klar ist nach diesem Auftritt im Berner Oberland zu sagen: Nach diesem 0:4 gegen jene Mannschaft, die zurzeit diesen 2. Rang in der Challenge League belegt, ist der FCW kein realistischer Anwärter mehr auf die Barrage. Dagegen sprechen die mittlerweile neun Punkte Rückstand auf den FC Thun; dagegen spricht aber auch, was die Winterthurer an diesem für sie so wichtigen Abend zustande brachten. Es war ein sehr, sehr ungemütlicher Abend im Lachen. So eiskalt und windig, dass man als Tribünenzuschauer die Institution der Fernsehspiele am Montagabend zu verfluchen begann. Noch kälter als meteorologisch war der Abend für den FCW aber atmosphärisch und sportlich. Denn schon nach acht Minuten war der Weg in den Abgrund beschritten, gab es, wie sich bald über die zwei frühen Gegentore hinaus zeigen sollte, keinen Anlass mehr, an einen gedeihlichen Ausgang dieses Trips ins Berner Oberland zu glauben. Die frühe Entscheidung Der erste Rückschlag war, schon in der 4. Minute, das 0:1, das der Thuner Linksverteidiger Thomas Reinmann erzielte. Es war sein erstes Tor für den Verein, für den er seit vergangenem Sommer spielt; er schoss es im zweiten Anlauf nach absolut unzulänglicher Gegenwehr Luis Frangaos, dem Trainer Boro Kuzmanovic wieder mal eine Chance als Rechtsverteidiger eingeräumt hatte - und der sie schon in dieser frühen Szene verpatzte. Drei Minuten später hatten die Winterthurer allerdings auch offensichtliches Pech, denn der Elfmeter, den Schiedsrichter Stephan Klossner nach einem alltäglichen Luftduell Mattias Schnorfs im eigenen Strafraum pfiff, war eine offensichtliche Fehlleistung. Aber nach Oscar Scariones Strafstoss stands 2:0 und war der Match im Prinzip entschieden. Der FCW war nämlich nicht fähig, zwei Rückschläge wie diese - selbstverschuldet der eine, unverschuldet der andere - auch nur in Ansätzen zu korrigieren, denn er bekam zu keiner Zeit den richtigen Zugriff auf dieses Spiel, er brachte so gut wie keinen klarlinigen Angriff zustande. Das änderte sich auch in der zweiten Halbzeit nicht, nun mit Michel Sprunger als offensiverer Kraft als Vorgänger Amir Abrashi. Und als Thuns Innenverteidiger Nicolas Schindelholz nach einer Stunde nach einem Eckball das dritte Tor erzielt hatte, konnte es beim FCW nur noch um Schadensbegrenzung gehen. Nach 90 Minuten und einem 0:4 ist allerdings zu sagen, der Schaden sei gross genug. Es war nicht nur resultatmässig ein schwerer Schlag ins Kontor, den Kuzmanovic und seine Mannschaft da hinnehmen mussten. Und der durch den ungerechtfertigten Elfmeter und die Absenzen der verletzten oder gesperrten Stammkräfte Luca Zuffi, Goran Antic und Stefan Iten nicht annähernd ausreichend erklärt ist. Die Thuner und ihr Trainer Murat Yakin jedenfalls werden sich kaum vorgestellt haben, ein Gegner, der sie im Herbst einmal geschlagen und einmal in eine Cup-Verlängerung gezwungen hatte, könnte dermassen harmlos auftreten. Die Berner brauchten jedenfalls ihre Reserven nach dem frühen Vorsprung nicht mehr anzugreifen. Es konnte ihnen genügen, die Sache unter Kontrolle zu halten. Das gelang ihnen auch trotz der verletzungsbedingten Abwesenheit so wichtiger Spieler wie Roland Bättig und der Neuerwerbung Sid Bouziane. Und so wie am Anfang Reinmann sein erstes Tor hatte feiern können, durfte es am Ende auch noch der Brasilianer Dudu, der im Winter aus Burgas in Bulgarien gekommen war. Er traf, ehe Altmeister Milaim Rama für ihn erschien, zum 4:0. Noch schwächer als in Genf Was der FCW aber bot war so enttäuschend wie ungenügend. Er brachte es gar fertig, das schwache Niveau des ersten Auswärtsspiels des Jahres, vor gut zwei Wochen in Genf, zu unterbieten. Wie damals darf keiner von sich behaupten, gut gespielt zu haben; und es gingen auch die Rechnungen Kuzmanovics nicht auf, nicht nur im Falle Luis Frangaos, den er Nick von Niederhäusern vorgezogen hatte. Es überzeugten weder Junge, die einfach zu leichtgewichtig waren - wie Ermir Lenjani oder vor allem der erst zum zweiten Mal für die Startelf berücksichtigte Fabio Serafini. Noch überzeugten die Älteren. Also lässt sich zusammenfassen: Die Flanken waren vor allem defensiv zu leichtgewichtig besetzt, das Abwehrzentrum war zu langsam, das Mittelfeld zu schwerfällig, trotz der Bemühungen Sven Lüschers und des als Ersatzmann wieder mal berufenen Juninho. Entsprechend wurden die Angreifer wurden kaum je in nennenswerte Aktionen einbezogen, weil die Mannschaft - wie schon wiederholt bei schwächeren Spielen - zu «lang», also zu wenig kompakt war. Die Thuner waren doch damit nicht zu behelligen, dass immer wieder hohe weite Bälle in Richtung ihres Strafraums flogen, wo zwar Rainer Bieli stand, aber stets mehr als ein Gegenspieler. Und dass diese weiten Bälle immer wieder von Vaso Vasic geschlagen wurde, machte die Sache nicht besser. Denn Vasic ist, man weiss es, Torhüter und nicht der Spezialist des gepflegten Zuspiels ... Im Ansatz eine Chance So war nach 90 Minuten die Bilanz zu ziehen, Juninho habe in der ersten Halbzeit mal aufs Thuner Tor geschossen und Innocent Emeghara nach 53 Minuten eine Szene gehabt, die man im Ansatz als Chance werten konnte. Aber es war auch nicht der Tag Emegharas, der zuerst zum vierten Mal verwarnt wurde und sich damit eine Sperre fürs nächste Spiel einhandelte. Und der später Glück hatte, dass ihn der Schiedsrichter nicht noch vom Feld schickte. Ein weiterer Platzverweis hätte zu diesem Auftritt gepasst, der nun wirklich nicht annähernd der eines ambitionierten Spitzenteams war. Das war hinterher auch Kuzmanovic klar. + + + M A T C H T E L E G R A M M + + + FC Thun – FC Winterthur 4:0 (2:0) Montag, 8. März 2010, 20.10h – Stadion Lachen – 1150 Fans (davon 40 aus Winterthur) – SR Klossner Tore: 4. Reinmann 1:0. 8. S Scarione («Foul»-Penalty) 2:0. 61. Schindelholz 3:0. 76. Dudu 4:0 Thun: Stulz; Lüthi, Schindelholz, Klose, Reinmann; Glarner, Gündüz, Demiri (88. Boumelaha), Kukuruzovic (77. Zahnd); Dudu (77. Rama), Scarione FCW: Vasic; Frangao, Schnorf, Ritter, Lenjani; Lüscher, Abrashi (46. Sprunger); Juninho; Emeghara (79. Radice), Bieli, Serafini (64. Doda) Bemerkungen: Thun ohne Bättig, Bouziane und Andrist (verletzt). – FCW ohne Iten, Antic (gesperrt), Zuffi und Kuzmanovic (verletzt); erster Einsatz von Vilson Doda (20) in der Challenge League Verwarnungen: 15. Glarner (Foul), 36. Emeghara (Unsportlichkeit; fürs nächste Spiel gesperrt). |
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Tabelle 10/11
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| 2 | Servette | 15 |
| 3 | Lugano | 15 |
| 4 | Aarau | 11 |
| 5 | Delémont | 10 |
| 6 | Vaduz | 9 |
| 7 | Biel | 8 |
| 8 | Kriens | 8 |
| 9 | Schaffhausen | 7 |
| 10 | Wohlen | 7 |
| : | ||
| 12 | Winterthur | 6 |
| : | ||
| gesamte Tabelle |







LANDBOTE: Der FCW lag im Spitzenspiel in Thun schon nach acht Minuten 0:2 zurück
und hatte danach keine Chance mehr auf einen Punktgewinn. Die
0:4-Niederlage ist zumindest vorderhand auch das Ende der Hoffnungen
auf Platz 2.
