Pressevorschau: Eine möglichst hohe Hürde
Geschrieben von: LANDBOTE, Hj. Schifferli   
Samstag, den 28. April 2012 um 09:04 Uhr

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LANDBOTE: Der FCW hat den FC St. Gallen aus dem Cup geworfen. Heute will er ihn in der Arena in Winkeln daran hindern, den Rückweg in die Super League ungehindert zu gehen. Auf einen Meisterschaftssieg gegen den FCSG wartet er seit fast 20 Jahren.

 

  • Quelle:hd

Im Idealfall könnte der FC St. Gallen schon heute Abend als Rückkehrer in die Super League feststehen. Die Voraussetzungen dafür: Er gewinnt sein Heimspiel gegen den FCW und bringt es auf 62 Punkte und ein Torverhältnis von mindestens plus 35; der FC Aarau (gegen den FC Wil) und der FC Lugano (gegen den FC Locarno) verlieren ihre Heimspiele, bleiben auf 47 Punkten stehen und haben (mit höchstens +14 und +10) ein massiv schlechteres Torverhältnis; und die AC Bellinzona verliert daheim gegen den SC Brühl Punkte und hat danach bestenfalls 47 Punkte und +17 Tore. Dann wäre der FCSG mit zwölf Punkten und mindestens 18 Toren Vorsprung nach menschlichem Ermessen in den vier letzten Runden nicht mehr zu überholen.

Gewiss, dieses Szenario ist bei allem Respekt vor den Unwägbarkeiten des Fussballs nahezu auszuschliessen. Sehr viel realistischer ist, dass der FCSG in den fünf Spielen gegen den FCW, dann in Chiasso und Locarno, wieder daheim gegen den FC Aarau und schliesslich in Vaduz jene zwei Siege erringt, die ihm selbst dann reichen, wenn einer seiner Gegner makellos bleiben sollte. Die St. Galler hätten dann – wie schon in der Saison 2008/09 – die Pflicht erfüllt, die von ihnen im Jahr nach dem Abstieg aus der Super League verlangt wurde. Vor drei Jahren schlossen sie mit acht Punkten Vorsprung auf Lugano ab, die Grössenordnung war also dieselbe wie heute. Der Dritte, Wil, lag damals allerdings sage und schreibe 27 Längen zurück.

Unmut trotz guter Statistik

Statistisch also ist der FCSG auf gutem Weg. Stets hielt er die Konkurrenz auf jenem Respektabstand, den er sich mit 31 Punkten aus den ersten elf Spielen geschaffen hatte. Die Leistungen allerdings entsprachen diesem (Tabellen-)Bild keineswegs immer, vor allem im Frühjahr mussten Mannschaft und Trainer Jeff Saibene wiederholt Kritik auch vom Publikum hinnehmen; Unmut über Leistungen und teils auch Resultate, die nicht den hoch gespannten Erwartungen entsprachen.

Natürlich machen sich die St. Galler Gedanken, wie sie ihre Mannschaft für die Super League verstärken. Den Bieler Mittelfeldspieler Marco Mathys holten sie im Winter bereits im Vorgriff darauf, die Verpflichtung des Krienser Stürmers Igor Tadic schlossen sie auch schon vor der Rückrunde ab. In der allerdings schoss Tadic, der erfolgreichste Skorer des Herbsts, nur noch ein Tor – in der 3. Minute des ersten Spiels, das 1:0 auf dem Weg zu einem 1:4 gegen den FC Wil. Zu ergänzen ist vor allem die Zentrale des Mittelfelds, denn längst steht fest, dass Philipp Muntwiler nach Luzern wechselt und Daniel Imhof nach Kanada zurückkehrt. Mit Imhof, mittlerweile 34, verabschiedet sich der Letzte aus der Meistermannschaft 2000 definitiv aus dem Kader.

Zwei jener Meisterspieler, Linksverteidiger Ivan Dal Santo und Offensivspieler Sascha Müller, standen im Herbst 1993 übrigens in der Mannschaft, die als letzte des FCW einen Meisterschaftsmatch gegen den FC St. Gallen gewann. Sie schossen im Espenmoos die Tore zum 2:0-Sieg. Wesentlich besser in Erinnerung ist den St. Gallern natürlich die letzte «Niederlage» überhaupt gegen den FCW, das 4:5 im Elfmeterschiessen des Cup-Viertelfinals im März.

Erste Vertragsverlängerungen

Mittlerweile sind ja auch die Winterthurer aus dem Cup ausgeschieden, im Halbfinal gegen den FCB auf nicht minder schmerzliche Art und Weise. Seither können (oder müssen) sie den Rest der Saison entspannter nehmen. Den guten Eindruck, den sie seit Anfang Oktober machen, sollten sie in dieser Zeit nicht allzu sehr verwischen. Es geht aber auch bei ihnen um die Personalplanung fürs nächste Jahr, weshalb alle Spieler schon ein neues Angebot erhielten, deren Verträge auslaufen und in deren Fällen sich die sportliche Führung bereits entschieden hat, sie halten zu wollen.

Nicht in diesen Kreis gehört eine der wichtigsten Stützen, Captain Stefan Iten (27). Dessen Vertrag läuft weiter. Auch Daniel Sereinig und Sven Lüscher haben für die kommende Saison gültige Arbeitspapiere. Einen neuen Kontrakt (für ein Jahr) unterschrieben hat am Donnerstag aber Nick von Niederhäusern (22), für weitere zwei Jahre bindet sich Torhüter Christian Leite (27). Das ist schon mal erfreulich. Gewichtige Pfeiler bleiben dem FCW also erhalten.

Ermir Lenjani (22) und Luca Zuffi (22), die im Cup Interesse geweckt haben könnten, Michel Sprunger oder Patrik Schuler haben die Unterschrift noch nicht geleistet. Und der vielleicht grösste Brocken ist Savvas Exouzidis (30), den man längst als Transfercoup Boro Kuzmanovics im vergangenen Sommer bezeichnen kann, den der Verein auch entsprechend als wichtigen Pfeiler sieht. Auch er hat einen neuen Vorschlag vorliegen. Noch sieht es nicht nach Einigung aus.

Es gibt aber auch noch einen wie Ben Katanha, der einen Probelauf bei einem vietnamesischen Spitzenklub hinter sich hat. Mittlerweile musste er zur Kenntnis nehmen, dass sich an einen Transfer offenbar zu viele bereichern wollen, als dass er in nächster Zeit zustande käme.

Heute allerdings gehts zuerst um anderes, um die sehr interessante Aufgabe, vor mehr als 10 000 Zuschauern die Nummer 1 der Liga in deren Stadion zu fordern. Es fehlen Sereinig (Meniskusquetschung) und Zuffi (nach vier Verwarnungen gesperrt). An ihrer Stelle erhalten Dominik Ritter und von Niederhäusern wieder mal einen Platz in der Startelf. In einer Mannschaft, die zumindest mal eine hohe Hürde auf dem Rückweg des FCSG in die Super League sein will. (hjs)

 

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